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Lebensraum durch Biotopholz

Erstellt am: 16.04.2021
Lebensraum durch Biotopholz-
Im Zuge des Waldmanagementplanes wurden die Laufstrecke 1 bereits begutachtet und erste Maßnahmen zur Wegesicherung dokumentiert. In den kommenden Wochen werden die Arbeiten entlang der Laufstrecke durchgeführt.

„Hier wird es auch zu temporären Sperren kommen“, so Vizebürgermeister Dominic Hörlezeder. „So manch Einer hat sich vielleicht schon über die pinkfarbigen Kennzeichnungen und Buchstaben an den Bäumen entlang der Laufstrecke gewundert“, so der Umweltstadtrat weiter. Wichtig sei ihm, die Bedürfnisse der Waldbesucher und die Anforderungen an einen Naturwald gleichermaßen zu berücksichtigen und in Einklang zu bringen.

Sicherheit geht vor - Biotopholz

Entlang dieses Waldweges wurden einige Bäume gefunden, die für die Sicherheit des Waldbesuchers eine Gefahr darstellen können. Manche Stämme weisen eine gute Standfestigkeit auf und können daher als stehendes Habitat weiter bestehen bleiben. Diese wurden mit dem Buchstaben „H“ gekennzeichnet. Hier werden die Krone und die Äste komplett entfernt, es bleibt lediglich der Stamm als Biotopholz stehen.

Biotopholz bietet Lebensraum für viele Organismen und erfüllt darüber hinaus weitere wichtige Aufgaben, wie Nährstoff- und Wasserspeicherung. Totholz oder „Biotopholz“ bietet in Abhängigkeit von der Baumart, der Größe, dem Zersetzungsgrad, der Höhenlage usw. Lebensraum für unterschiedliche Arten von Organismen, Bakterien, Pilzen oder Insekten. Grundsätzlich gilt, je dicker und Länger die Totholzstämme sind, desto wertvoller sind sie als Lebensraum. Ob ausreichend Totholz vorhanden ist, kann durch das Vorkommen bestimmter Leitarten der Tier- und Pflanzenwelt bestimmt werden. Das Fehlen oder ein Populationsrückgang von zum Beispiel Spechten, weist auf eine mangelhafte Habitatstruktur hin. „Entlang der Laufstecke konnten Spechtlöcher in alten Bäumen gesichtet werden, die unbedingt erhalten werden müssen“, erklärt Hörlezeder weiter.

Liegendes Totholz

„Die Bäume, die mit einem „X“ gekennzeichnet wurden, müssen aus Sicherheitsgründen gefällt werden. Diese werden aber als liegendes Totholz auch weiterhin ihren Dienst gegen die Biodiversitätskrise leisten“, so Umweltgemeinderätin Michaela Pfaffeneder. Wichtig bei Habitaten und Totholz ist eine große Vielfalt an Baumarten, Größe und Zersetzungsstadium und auch in liegender und stehender Position. Je nach dem bietet es Lebensraum für unterschiedliche Insekten und Pilze.

Totholzentfernung

Des Weiteren gibt es die Kennzeichnung „T“. Dieses steht für Totholzentfernung. Hier müssen abgestorbene Äste, die über den Weg ragen aus Sicherheitsgründen entfernt werden. Totholzäste die auf die Waldinnenseite zugewandt sind, werden nicht entfernt. Diese Eingriffe werden sehr schonend durchgeführt.

Das Anheben der Totholzvorräte ist eine Langzeitaufgabe und braucht ein nachhaltiges, kontinuierliches Totholzmangement. Ziel ist eine Vernetzung von mehreren Totholzlebensräumen durch Korridore und sollte nach Möglichkeit umgesetzt werden. „Im derzeit entstehenden integrativen Waldmangementplan wird dieses Konzept zum klimafitten Naturwald weiter erarbeitet“, so Hörlezeder abschließend.


Foto: Michaela Pfaffeneder und Umweltstadtrat Dominic Hörlezeder
Fotocredit: Stadtgemeinde Amstetten

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