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Klimafitte Mischwälder

Erstellt am: 17.09.2021
Klimafitte Mischwälder-
Die steigenden Temperaturen setzen nicht nur uns Menschen, sondern auch den Wäldern und den darin lebenden Wildtieren zunehmend zu. Deshalb lud die Klimawandel-Anpassungsmodellregion Amstetten am 09.09 zu einer spannenden Podiumsdiskussion mit dem Titel „Klimafitte Mischwälder“ in den Plenkersaal Waidhofen um Fragen zur Herausforderung der Klimakrise auf unsere Wälder zu beantworten.

Die mittlere Jahrestemperatur in der Region lag zwischen 1971 und 2000 bei 8.0 °C. Messdaten zeigen, dass die Temperatur kontinuierlich steigt und alleine das Jahr 2018 bereits 2,5 °C über diesem langjährigen Mittelwert liegt. Ohne drastische Anstrengungen im Klimaschutz wird es einen Temperaturanstieg bis zum Ende des Jahrhunderts um etwa 4 °C geben. Ziel ist es, durch ambitionierten Klimaschutz die weitere Erwärmung langfristig auf das „Paris-Ziel“ von 1,5 ° C zu begrenzen.

„Diese Erwärmung wirkt sich unmittelbar und sichtbar auf unsere Wälder aus. So steigt einerseits das Dürrerisiko und damit einhergehend die Waldbrandgefahr. Andererseits steigt der Schädlingsdruck durch z.B. Borkenkäfer, welcher die Fichtenbestände in der Forstwirtschaft deutlich reduziert und in Mittleidenschaft zieht. Ohne proaktive Gegenmaßnahmen zur nachhaltigen Sicherung unserer Wälder laufen wir Gefahr, den Wald in seiner Vielfalt wie wir sie kennen, zu verlieren“, betont LAbg. Bgm. Anton Kasser vom GDA.

Genau diese proaktiven Gegenmaßnahmen zur Sicherung und nachhaltigen Bewirtschaftung der Waldbestände wurden im Zuge der Podiumsdiskussion von namhaften ExpertInnen anhand von konkreten Beispielen erklärt. Die oftmals vorherrschenden Fichten-Monokulturen wie sie in der Nachkriegszeit in ganz Österreich kultiviert wurden, sind besonders anfällig für Hitzeschäden und müssen mit unterschiedlichen Laubbäumen wie Buche oder Eiche durchmischt werden, um die Widerstandsfähigkeit der Wälder für zukünftige Generationen gewährleisten zu können.

Auch spielen naturbelassene und forstwirtschaftlich nicht genutzte Wälder, wie sie aktuell rund um den Buchenberg in Waidhofen etabliert werden, eine wichtige Rolle die Waldgesundheit, die Artenvielfalt und nicht zuletzt auch die Erholungsfunktion für die Bevölkerung langfristig zu sichern. Darüber hinaus wurde auch die Wichtigkeit eines verantwortungsvollen Miteinanders aller Interessensgruppen wie ForstwirtInnen, WaldbesitzerInnen und der Bevölkerung betont.

Die ExpertInnen Univ.-Prof. DI Dr. Eduard Hochbichler von der Universität für Bodenkultur, Robin Sandford MSc als Wildtierbiologe., Nina Schönemann, BSc, vom Wildnisgebiet Dürrenstein sowie Mag. Andreas Purt als Vertreter des Mostviertel Tourismus standen dem Publikum Rede und Antwort.

Die Klimawandel Anpassungsmodell Region Amstetten (kurz: KLAR!) unterstützt die Stadtgemeinde Waidhofen an der Ybbs sowie andere Gemeinden bei der Bewusstseinsbildung zu klimafitten Mischwäldern.

Fotocredit ©GDA

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