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In Niederösterreich coronabedingt deutlich weniger Schulwegunfälle

Erstellt am: 09.02.2021
In Niederösterreich coronabedingt deutlich weniger Schulwegunfälle-
VCÖ: Gefahrenquelle Elterntaxis – Schulweg möglichst bewegungsaktiv zurücklegen.

VCÖ (Wien, 9. Februar 2021) – Seit gestern dürfen Kinder in Niederösterreich wieder zur Schule gehen. Der Schulweg ist für Kinder eine Chance, auf eine tägliche Portion gesunde Bewegung zu kommen, betont der VCÖ. Während der Covid-19-Pandemie hat der Bewegungsmangel bei Kindern zugenommen. Elterntaxis rauben Kindern diese Chance und verursachen Verkehrsprobleme vor der Schule. Coronabedingt ist die Zahl der Schulwegunfälle in Niederösterreich im 1. Halbjahr des Vorjahres so wie im Österreich-Schnitt um 61 Prozent zurückgegangen, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse zeigt.

Die Covid-19-Pandemie hat dazu geführt, dass viele niederösterreichische Schulkinder morgen das erste Mal im Jahr 2021 den Schulweg zurücklegen. „Viele Kinder haben einen Schulweg in Geh- oder Radfahrdistanz. Damit ist der Weg zur Schule eine Chance, auf ein Mindestmaß an gesunder Bewegung zu kommen. Eine Chance, die gerade jetzt in der Coronakrise den Kindern nicht genommen werden sollte“, stellt VCÖ-Experte Michael Schwendinger fest.

Kinder, die zu Fuß, mit Fahrrad oder öffentlichen Verkehrsmitteln zur Schule kommen, bringen zudem durch die Bewegung ihren Kreislauf in Schwung und sind schon ab der ersten Stunde konzentrierter. Auch ist auf Schulwegen die Verkehrssicherheit dank zahlreicher Maßnahmen höher. Damit können Kinder am Schulweg Kompetenz für das richtige Verhalten im Straßenverkehr erlangen, betont der VCÖ. Werden Kinder mit dem Auto zur Schule chauffiert, wird ihnen diese Chance genommen. Zudem verursachen Elterntaxis in der Schulumgebung Verkehrsprobleme und belasten die Kinder mit gesundheitsschädlichen Abgasen.

„Schulen und Elternvereine können Bewusstseinsaktionen durchführen und auch mit so genannten Pedibussen und Fahrrad-Bussen dazu beitragen, dass mehr Kinder gesund zu Fuß oder mit dem Fahrrad statt mit dem Elterntaxi zur Schule kommen“, empfiehlt VCÖ-Experte Schwendinger. Beim Pedibus treffen sich Kinder zu einer bestimmten Uhrzeit bei einer „Pedibus-Station" und gehen dann in Begleitung eines Erwachsenen gemeinsam zur Schule. Ähnlich funktioniert ein so genannter Fahrrad-Bus. Zahlreiche vorbildliche Projekte sind in der Online-Datenbank des VCÖ zu finden: www.mobilitaetsprojekte.vcoe.at

Die Zahl der Schulwegunfälle ist in Niederösterreich im 1. Halbjahr 2020 von 33 auf 13 gesunken, das ist ein Rückgang um 61 Prozent, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse zeigt. Im 1. Halbjahr 2018 kam es noch zu 50 Verkehrsunfällen am Schulweg, bei denen 52 Kinder verletzt wurden. Im 1. Halbjahr des Vorjahres wurden 15 Kinder verletzt, davon 12 zwischen Jänner und März.

Gerade in Zeiten wie diesen sind Gemeinden und Städte besonders gefordert, verstärkte Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung durchzuführen. Direkt vor dem Schulumfeld können Schulstraßen oder Wohnstraßen und Begegnungszonen die Situation verbessern, betont der VCÖ. Darüber hinaus ist in den Wohngebieten eine fußgängerfreundliche Verkehrsplanung mit einem durchgängigen Netz an ausreichend breiten Gehwegen und übersichtlichen Übergängen wichtig. Tempo 30 sollte im Ortsgebiet die Regelgeschwindigkeit sein, Tempo 50 die Ausnahme. „Die Anzahl der Kinder, die zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs sind, zeigt auch, wie hoch die Qualität der Verkehrsplanung im Ort ist“, stellt VCÖ-Experte Schwendinger fest.

Die öffentlichen Verkehrsunternehmen sorgen zudem mit zahlreichen Maßnahmen, dass die Kinder weiterhin mit den öffentlichen Verkehrsmitteln sicher unterwegs sind. Tägliche Reinigung, regelmäßiges Lüften und der Mund-Nasen-Schutz der Fahrgäste sorgen für Sicherheit.


VCÖ: Coronabedingt ging Zahl der Schulwegunfälle in Niederösterreich stark zurück
1.Halbjahr 2020: 13 Schulwegunfälle (minus 61 Prozent)
1.Halbjahr 2019: 33 Schulwegunfälle
1.Halbjahr 2018: 50 Schulwegunfälle
1.Halbjahr 2017: 47 Schulwegunfälle
1.Halbjahr 2016: 63 Schulwegunfälle
Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2021

Auch Zahl der am Schulweg im Straßenverkehr verletzten Kinder stark gesunken
1. Halbjahr 2020: 15 verletzte Kinder
1. Halbjahr 2019: 37 verletzte Kinder
1. Halbjahr 2018: 52 verletzte Kinder
1. Halbjahr 2017: 48 verletzte Kinder
1. Halbjahr 2016: 66 verletzte Kinder
Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2021

Foto: Pixabay

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