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Handlungsbedarf im Naturbad Amstetten

Erstellt am: 05.05.2021
Handlungsbedarf im Naturbad Amstetten-
Im Naturbad Amstetten besteht dringender Sanierungsbedarf. Um auch in Zukunft Badevergnügen und optimale Bedingungen zu gewährleisten, soll die Erneuerung des Bades in drei Etappen umgesetzt werden. 

Das Naturbad hat die Stadtgemeinde Amstetten in den letzten Jahren bereits vor viele Probleme gestellt. Ursache für den dringenden Handlungsbedarf sind vor allem die desolate Gebäudehülle des Hallenbades, schwere Mängel der Hygienebereiche, der verkeimte und defekte Naturteich und die Rutschen im Außenbereich. Das größte unmittelbare Gefahrenpotential stellt die Statik des Hallenbades dar. Ing. Reinhard Walter, Leiter der Amstettner Bäder, erklärt: „Die Gebäudehülle ist bereits seit längerer Zeit eines der Hauptprobleme. Vor allem die Statik zwingt uns zum Handeln. Die Ursache liegt im desolaten Stahlgerüst, welches komplett erneuert werden müsste. Zusätzlich stellen uns das Flachdach, die Glaswände und die Beschattung vor Probleme.“ Daneben sind die Umkleidekabinen im Innenbereich sowie die über 35 Jahre alte Sauna bereits stark veraltet und sollten erneuert werden. Die bekannten Mängel können dazu führen, dass seitens der Bezirksverwaltungsbehörde eine Schließung droht.

Problemzone Außenbereich

Auch die Rutschen im Außenbereich bedürfen einer Sanierung und sind abbruchreif. Das Kinderbecken hat sich durch Erdsenkung versetzt und die Beckenrandsteine sind defekt. Da das Wasserniveau im Naturteich zu seicht ist, musste der Sprungturm bereits vor Jahren gesperrt werden. Auch die Verkeimung des Wassers im Badeteich durch Entenkot und andere Einträge stellt den Leiter der Bäder vor eine große Herausforderung. „Da in einem Naturteich keinerlei Chemie verwendet werden darf, ist die Entkeimung eines Naturteichs nahezu unmöglich“, erklärt Ing. Reinhard Walter. Darüber hinaus mussten die Randbereiche beim Naturteich im Vorjahr aufgrund größerer Wasserverluste komplett erneuert werden. Die Wasserverluste betrugen in einer Badesaison rund 12 Millionen Liter Wasser. Auch die Rutschen sind akut sanierungsbedürftig. So hat der Wartungsdienst bereits angemerkt, dass die 1988 in Betrieb genommene, gelbe Röhrenrutsche jetzt am Ende ihrer Nutzungsdauer ist. Die Schalen sind stark abgenutzt und vor allem aufgrund der Statik besteht Handlungsbedarf. Laut dem Leiter der Bäder ist aufgrund dieser Mängel jedes Jahr erneut damit zu rechnen, dass die Genehmigung zur Nutzung der Rutschen seitens des TÜV ausbleibt und die Benutzung damit untersagt ist. Auch die blaue Breitrutsche weist eine spröde Oberfläche auf. Das Kostenvolumen zur Sanierung der Rutschen ist sehr hoch.

Leistbares Baden trotz Einschränkungen 

Für Bürgermeister Christian Haberhauer ist klar: „Der Eintritt für das Bad muss für alle Nutzer leistbar sein. Das ist aber nur möglich, wenn auch die Projektkosten und die in Folge notwendigen Wartungskosten leistbar bleiben. Das Amstettner Bad muss vor allem an die Bedürfnisse der Vereine und Sportschwimmer, Schulen, Familien mit Kindern und Babys und sportaktive Senioren angepasst sein.“
Vizebürgermeister Markus Brandstetter ergänzt, dass bereits jetzt alleine für die Erhaltung der beiden Bäder in Amstetten und in Hausmening pro Jahr laufende Kosten in der Höhe von 1,5 Millionen Euro anfallen. „Die aktuelle Corona-Pandemie hat massive Folgen auf das Budget unserer Stadt. Unsere Schwerpunkte im Jahr 2021 liegen auf den Themen Soziales, Gesundheit, Vereine, Sport und Kultur. Wir müssen auch bei einem Projekt wie dem Bad darauf achten, dass wir sorgsam mit den Finanzmitteln umgehen“, so Brandstetter. Vizebürgermeister Dominic Hörlezeder ergänzt: „Diese Rahmenbedingungen müssen wir auch jetzt, bei der Neugestaltung des Bades, berücksichtigen. Hier ist Augenmaß gefragt. Oberste Priorität muss auch in Zeiten wie diesen die Primärversorgung der Bürgerinnen und Bürger haben. Die Anregungen, Ideen und Vorschläge der Bevölkerung für den Neubau des Bades werden selbstverständlich in der Erarbeitung des genauen Konzeptes berücksichtigt und seitens des Planungsbüros im ersten Entwurf mitgenommen.“

Umsetzung in 3 Etappen

In der ersten Umsetzungsphase sollen das Hallenbad, das nach der Fertigstellung an nahezu 365 Tagen im Jahr geöffnet sein wird, und der Außenbereich innerhalb von zwei Jahren neu errichtet werden. In der zweiten Phase folgt dann voraussichtlich die Neuerrichtung der Sauna. In der dritten Phase ist das Freibad mit einem Schwimmerbecken im Außenbereich vorgesehen. Der finanzielle Rahmen für die erste Phase des Projekts, welche das Hallenbad und den Außenbereich umfasst, beträgt rund 14 Millionen Euro. Auch die laufenden Wartungskosten und die Ticketpreise für die Bevölkerung wären damit in einem leistbaren Bereich. „Wir haben uns bewusst gegen eine Sanierung des Hallenbades entschieden. Es soll nicht an den desolaten Bereichen gebastelt und über kurz oder lang wieder Baustellen verursacht werden, sondern gleich ordentlich gebaut werden. Aus diesem Grund haben wir auch diesen Umsetzungsplan in 3 Etappen ins Auge gefasst. Wir halten nichts von halben Sachen und hohen Sanierungskosten. Mit gegebenen Mitteln soll das Maximum für die Bevölkerung herausgeholt werden“, so Vizebürgermeister Dominic Hörlezeder.


Foto (vlnr): Ing. Reinhard Walter, Vizebürgermeister Markus Brandstetter, Finanzdirektor Mag. Christoph Heigl, Vizebürgermeister Dominic Hörlezeder
Fotocredit: Stadtgemeinde Amstetten

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