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Erster Internationaler Tag der Streuobstwiese

Erstellt am: 26.04.2021
Erster Internationaler Tag der Streuobstwiese-
Zur verstärkten Bewusstseinsbildung für das Kulturgut Streuobstwiese, unter anderem dem Wahrzeichen der Moststraße wird heuer zum ersten Mal der „Internationale Tag der Streuobstwiese“ gefeiert. Die Initiative für den „Tag des Streuobstes“, der künftig immer am letzten Freitag im April stattfindet, wurde von der ARGE Streuobst sowie dem Umweltdachverband Österreich ins Leben gerufen. Der erste „Internationale Tag der Streuobstwiese“ fällt heuer auf den 30. April 2021.

 30. April 2021 – Tag der Streuobstwiese 

Der internationale Tag der Streuobstwiese soll künftig dazu dienen, um auf die Streuobstwiesen als Ort für Biodiversität und als Ausgangspunkt vieler Produkte der Region und somit wirtschaftliche Wertschöpfung aufmerksam zu machen. Sie stellt nicht nur eine wichtige Komponente für die Tier- und Pflanzenwelt dar, sondern spielt auch in der regionalen Wirtschaft eine große Rolle. So meint der Obmann des Obstbauverbandes Mostviertel Hans Hiebl, „Die Streuobstwiese bietet für viele Bauernfamilien im Herbst eine wirtschaftliche Grundlage, aus reichlich Birnen und Äpfel werden Most, Saft, edle Brände und vieles mehr hergestellt, für die unsere Region bekannt ist.“

 Neben den wirtschaftlichen Aspekten ist der ökologische Hintergrund der Streuobstwiese besonders bemerkenswert. Sie trägt einen wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz bei. Ing. Andreas Ennser, Spezialberater der NÖ Landwirtschaftskammer für Obstverarbeitung erklärt, „dass die ca. 500.000 Streuobstbäume des Mostviertels (rund 250.000 im Bezirk Amstetten) rund 300 000 Tonnen CO2 speichern, was so viel heißt, dass allein die Streuobstbäume des Mostviertels in ihrem Leben (ca. 80 J.) den CO2 Ausstoß pro Jahr von rund 148.000 Durchschnitts-PKW‘s aufnehmen.“ Doch auch der Effekt auf den Menschen darf nicht unterschätzt werden, denn „ein Baum produziert rund 11.000 Liter Sauerstoff pro Tag, das entspricht in etwa dem Tagesbedarf von 26 Menschen!“, erklärt Heurigenbetreiber, und ARGE Streuobstmitglied Leopold Reikersdorfer sen., aus Neuhofen/ Ybbs. Schließlich hält Mostproduzent Bernhard Datzberger, Vorsitzender des Arbeitskreises Obstverarbeitung im Bundesobstbauverband fest, „dass über die Blätter eines Baumes täglich bis zu 500 Liter Wasser verdunsten lassen. Das heißt, ein rund 80-jähriger Birnbaum speichert ca. 180.000 Liter Wasser pro Jahr. Darüber hinaus trägt der Baum bei Starkregen zur Stabilisierung des Bodens bei, wirkt Hangrutschungen entgegen und spendet an heißen Tagen Schatten.”

 Fokus der Moststraße: Erhaltung der Streuobstwiese 

Fest steht, dass dieses Kulturgut nachhaltig gefördert werden muss. Ein besonderer Fokus der LEADER Region Moststraße liegt daher auf der Erhaltung der Kulturlandschaft. Durch zahlreiche Projekte wurde die Kultivierung, Inwertsetzung und das Bewusstsein für die Streuobstwiese in den letzten 
Jahren nachhaltig vorangetrieben. Im aktuellen Kulturlandschaftsprojekt beschäftigt sich die Moststraße mit Birnbaumraritäten und setzt durch genetische Analysen von Birnbaumblättern ein internationales Zeichen für den Erhalt der Streuobstwiesen der Region. Darüber hinaus trägt die jährliche Baumpflanzaktion der Moststraße ebenfalls dazu bei. „Unsere Region zeichnet sich maßgeblich durch die Mostviertler Mostbirnbäume und das über Jahrhunderte sorgfältig – von Generation zu Generation – weitergegebenen Wissen über die schon selten gewordenen Birnensorten aus. Es ist mir ein besonderes Anliegen, dies mit unseren Projekten nachhaltig zu fördern und zu unterstützen.“, erklärt Michaela Hinterholzer.



Foto (vlnr).: Leopold Reikersdorfer sen. (ARGE Streuobstmitglied), Michaela Hinterholzer (Moststraße- Obfrau) und Andreas Ennser (Spezialberater der NÖ Landwirtschaftskammer für Obstverarbeitung)
Fotocredit: Moststraße

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