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ÖGB-Wieser: Kinderbetreuung im Bundesland muss ausgebaut werden

Erstellt am: 19.06.2021
ÖGB-Wieser: Kinderbetreuung im Bundesland muss ausgebaut werden-
Gewerkschaft ortet im bestehenden Angebot große Lücken zulasten berufstätiger Eltern

Der ÖGB Niederösterreich fordert mehr Kinderbetreuungsplätze im Bundesland, vor allem für Kleinkinder. Konkret sprach sich ÖGB NÖ-Vorsitzender Markus Wieser bei einer Pressekonferenz am Freitag für einen Rechtsanspruch auf einen Kinderbetreuungsplatz ab dem ersten Geburtstag aus. Im bestehenden Kinderbetreuungsangebot in Niederösterreich ortet der Gewerkschaftsbund außerdem Defizite bei den Öffnungszeiten am Nachmittag und in den Ferien.

„Niederösterreich ist Schlusslicht bei der Vereinbarkeit von Kinderbetreuung und Vollzeit-Job. In keinem anderen Bundesland gibt es derart wenige Kinder, die gemäß den Kriterien für gute Vereinbarkeit von Beruf und Familie (VIF) betreut werden“. ÖGB NÖ-Vorsitzender und AK Niederösterreich-Präsident Markus Wieser sparte bei einer Pressekonferenz im Arbeitnehmer*innenzentrum in St. Pölten nicht mit deutlichen Worten in Richtung Landespolitik. Seine Aussagen stützte der Vorsitzende des niederösterreichischen Gewerkschaftsbundes auf eine ausführliche Analyse zur institutionellen Kinderbetreuung der AK Niederösterreich.

Bei der Betreuungsquote von einjährigen Kindern ist Niederösterreich mit 11,6 Prozent Schlusslicht. Im Österreich-Durchschnitt ist die Betreuungsquote dieser Altersgruppe mit 24,4 % doppelt so hoch. Nicht viel besser ist die Situation bei Kindern im Alter von zwei Jahren, schilderte Linda Koch-Keizer, Frauensekretärin des ÖGB NÖ: „Es fehlt vor allen an leistbaren Angeboten für Kinder, die noch nicht in die öffentlichen Kindergärten aufgenommen werden. Die Lücke zwischen dem Ende der arbeitsrechtlichen Karenz, die höchstens bis zum zweiten Geburtstag des Kindes dauert, und der Aufnahme in den Kindergarten mit frühestens 2,5 Jahren ist besonders problematisch.“

Unabhängig vom Alter wird nur jedes vierte niederösterreichische Kind in einer Einrichtung, betreut, die es beiden Eltern erlauben würde, Familie und einen Vollzeitarbeitsplatz unter einen Hut zu bringen.  Zum einen schließt rund die Hälfte der Kindergärten vor 16 Uhr, zum anderen haben Kindergärten im Durchschnitt an mehr Arbeitstagen geschlossen als die meisten Eltern Urlaub haben: 30,5 Schließtage sind es im Vergleich zu 25 Urlaubstagen.

Die Leidtragenden sind vor allem die Mütter. Sie tragen nach wie vor die Hauptlast der Kinderbetreuung und haben es entsprechend schwer, eine existenzsichernde Erwerbstätigkeit und Kinderbetreuung unter einen Hut zu bringen.

Wieser appellierte an die Landespolitik, die Lücken durch gezielte Investitionen in die Kinderbildung und -betreuung zu schließen. Konkret forderte er einen Rechtsanspruch auf Betreuungsplätze ab dem ersten Geburtstag des Kindes, eine Ausweitung der Öffnungszeiten, sowie eine Ausbildungsoffensive für mehr Personal. „Das gemeinsame Forderungspaket der Sozialpartner auf Bundesebene aus dem Vorjahr bildet eine gute Grundlage für eine künftige Reform“, so der niederösterreichische Gewerkschaftsvorsitzende. „Umfassende Kinderbildung und -betreuung ist notwendig für die Eltern, für die Wirtschaft und für das Land“, so Wieser.

Fotocredits ©AK Niederösterreich/Georges Schneider

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