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31. Österreichischer Museumstag in Krems eröffnet

Erstellt am: 08.10.2020
31. Österreichischer Museumstag in Krems eröffnet-
31. Österreichischer Museumstag in Krems eröffnet
LH Mikl-Leitner: „Museen sind eine tragende Säule des Kulturlandes Niederösterreich“
An der Donau-Universität Krems findet heute, Donnerstag, der 31. Österreichische Museumstag unter dem Titel „Ort der Originale. Aus der Krise neue Chancen für Museen“ statt. Eröffnet wurde die Veranstaltung am Vormittag im Beisein von Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, Bürgermeister Reinhard Resch, Dekan Christian Hanus in Vertretung von Rektor Friedrich Faulhammer, Armin Laussegger, Fachbereichsleiter der Landessammlungen Niederösterreich, Christian Bauer, Künstlerischer Direktor der Landesgalerie Niederösterreich, Bettina Leidl, Präsidentin von ICOM Österreich, und Wolfgang Muchitsch, Präsident des Museumsbund Österreich. Im Vorfeld fand gestern die 5. ICOM CECA Austria Conference 2020 unter dem Titel „Kulturvermittlung ohne Objekte/Objekte ohne Kulturvermittlung“ statt, heute Abend erfolgt als Highlight die Verleihung des Österreichischen Museumspreises.
Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner sagte im Gespräch mit Moderator Reinhard Linke, dass sich gerade in den letzten Monaten gezeigt habe, dass die Museen „ganz wichtige kulturelle Nahversorger“ für die gesamte Gesellschaft seien. Sie erinnerte an das „große Aufatmen“ nach dem Lockdown, als die Türen und Toren der Museen wieder geöffnet haben: „Die Freude war spürbar und das hat sich auch an den Besucherzahlen gezeigt“. Die Museen seien während des Lockdowns aber nicht stillgestanden, sondern hätten die Zeit genutzt, um zu arbeiten, führte Mikl-Leitner aus, dass „tolle Formate in der digitalen Kulturvermittlung“ entstanden seien. So hätten auch die Landessammlungen Niederösterreich über 30.000 Datensätze online gestellt.

„Wir haben in Niederösterreich über 700 Museen – von den Heimatmuseen bis hin zu Leuchtturmprojekten wie der Landesgalerie Niederösterreich oder dem Haus der Geschichte im Museum Niederösterreich“, betonte die Landeshauptfrau weiters: „Die Museen sind eine tragende Säule des Kulturlandes Niederösterreich“. „Die Museen dienen den Menschen dazu, sich ihrer Geschichte, Kultur und Identität bewusst zu werden, und damit haben die Museen weltweit eine große Verantwortung“, so Mikl-Leitner. In Niederösterreich lege man großen Wert auf die Forschung, betonte sie das Zentrum für Museale Sammlungswissenschaften an der Donau-Universität Krems und die wichtige Zusammenarbeit mit den Landessammlungen Niederösterreich.

In der Vermittlungsarbeit solle der Fokus noch mehr auf das Thema Kinder und Jugendliche gelegt werden, führte die Landeshauptfrau aus, dass man in St. Pölten mit dem Kinderkunstlabor die Kreativität und Innovationskraft der Kleinen fördern wolle. Abschließend bedankte sich Mikl-Leitner bei den Organisatoren für die Durchführung der Veranstaltung und bei allen, die im Museumsbereich Verantwortung tragen, vor allem bei den vielen Ehrenamtlichen.

Bürgermeister Reinhard Resch: „Die Kunstmeile und die Museen der Stadt Krems sind das Herzstück unserer Bildungs- und Kulturstadt.“ Er betonte die Verbindung von Weltkulturerbe mit der Moderne. 1891 sei das städtische Museum in Krems, heute das Museum Krems, gegründet worden und gehöre nun zu den zehn ältesten Museen in Niederösterreich. „Wir definieren uns deutlich über das Ausstellungsangebot“, betonte der Bürgermeister, dass man damit einen wesentlichen kulturgeschichtlichen Beitrag leiste. Die Kultur- und Museumslandschaft sei auch Motor dafür, dass Krems zu den lebenswertesten Städten zähle.
Dekan Christian Hanus sprach in seinen Grußworten zur Verbindung von Museen und Wissenschaft und führte aus, dass der Kontext zu einem Kunstwerk wichtig sei. In diesem Zusammenhang betonte er, wie wichtig es sei, dass solide geforscht werde. Kunst und Kultur hätten von Beginn an einen wichtigen Stellenwert an der Donau-Universität Krems gehabt, in den letzten Jahren habe man diesen Schwerpunkt mit Unterstützung des Landes ausgebaut und so zähle das Department für Kunst- und Kulturwissenschaften heute zu den größten an der Donau-Universität Krems.

Christian Bauer, Künstlerischer Direktor der Landesgalerie Niederösterreich, führte aus, dass man sich nach dem Rotationsprinzip der Bundesländer bei der Ausrichtung des Museumstages in Niederösterreich für Krems entschieden habe, weil sich dieser Museumsstandort unglaublich entwickelt habe. Ein deutliches Signal dafür sei auch die Landesgalerie Niederösterreich, die letztes Jahr eröffnet worden sei. Außerdem betonte er das Zusammenspiel zwischen den Landessammlungen Niederösterreich, der Donau-Universität Krems und der Kunstmeile Krems, durch das es zu großartigen Ausstellungen komme. „Museen liefern die kulturelle Versorgung der Menschen, die eine ganz wichtige Bedeutung hat“, so Bauer.
„Es geht um neue Perspektiven im Sammeln, digitale Sammlungsstrategien und um museale Forschung an Objekten“, informierte Armin Laussegger, Fachbereichsleiter der Landessammlungen Niederösterreich, dass alle drei Themenblöcke Hauptreferate und Best practice-Beispiele beinhalten. „Die musealen Sammlungen sind das Kapital der Museen und wenn man dieses Kapital stärken will, dann muss man auch in die Menschen investieren, die sich damit auseinandersetzen“, betonte er die Wichtigkeit der Aus- und Weiterbildung der Forscherinnen und Forscher und Vermittlerinnen und Vermittler, die als Übersetzer für die Besucherinnen und Besucher fungieren.

Bettina Leidl, Präsidentin von ICOM Österreich, betonte, dass die Covid-Krise die Museen mit voller Wucht erwischt und man vom ersten Tag an an der Wiedereröffnung gearbeitet habe. So galt es die Rahmenbedingungen zu klären, um einen sicheren Museumsbesuch sicherzustellen. „Der Sommer war sehr gut, aber wir sehen, dass die Krise noch nicht vorbei ist, denn die Besucherinnen und Besucher sind noch zögerlich.“ Die Kernaufgaben der Museen seien geblieben, nämlich eine Brücke zwischen Gegenwart und Vergangenheit darzustellen und Bewahrer von Tradition und Kultur zu seien. „Museen sind aber auch Orte des gesellschaftlichen Diskurses und Austausches, Orte der Begegnung und auch Bildungseinrichtungen.“
Wolfgang Muchitsch, Präsident des Museumsbund Österreich, sagte, er sei zuversichtlich, dass sich in den Museen einiges verändern werde. Die Pandemie habe zwei Auswirkungen gezeigt: Sie habe längst überfällige Entwicklungen beschleunigt, aber auch Fehlentwicklungen aufgezeigt, betonte Muchitsch, dass sich die Museen verstärkt auf ihre eigenen Sammlungen konzentrieren sollten und nicht auf den Leihverkehr. Außerdem betonte er die Wichtigkeit, sich auf die Besucherinnen und Besucher zu konzentrieren: „Museen müssen sich ein lokales Stammpublikum aufzubauen“, führte er aus, dass Museen, die sich rein auf den Tourismus ausrichten, in der Krise besonders betroffen seien.

Im Anschluss an die Grußworte referierten Keynote-Speaker Claus von Carnap-Bornheim, Vorstand der Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen Schloss Gottorf, zum Thema „Museum und Wissenschaft – Das Beispiel Schleswig“ und ICOM-Speaker Philipp Blom, Historiker und Philosoph, zu „Museumsethik – Von der Dominanz zum Dialog“. Bedingt durch die weltweite Corona-Krise stehen im Anschluss an die Eröffnung und die beiden Eingangsreferate drei zentrale Themen im Mittelpunkt: neue Sammlungen, digitale Strategien und gemeinsame Forschungen.

Veranstaltet wird der Museumstag von der Kunstmeile Krems, der Donau-Universität Krems und den Landessammlungen Niederösterreich gemeinsam mit dem Museumsbund Österreich und ICOM Österreich.

Fotocredit: NLK Pfeiffer

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